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Hautgesundheit

Wenn die Sonne auf den Bau knallt

Sonnenschutz wozu?

Hans Keller (50) ist schon seit 25 Jahren bei einem großen deutschen Bauunternehmen angestellt. Die meiste Zeit arbeitet er unter freiem Himmel. Dabei beobachtet er einen zunehmenden Bewusstseinswandel bei seinen Kollegen. „Früher haben wir im Sommer häufig mit nacktem Oberkörper gearbeitet. Über Sonnenschutz hat keiner nachgedacht.“

Berufsgenossenschaften klären auf

Seit der Anerkennung von multiplen aktinischen Keratosen und Plattenepithelkarzinomen als Berufskrankheit informieren Berufsgenossenschaften wie die BG Bau ihre Mitglieder vermehrt über Präventionsmaßnahmen zur Vorbeugung von sonneninduzierten Hautkrankheiten. Dazu gehören das Tragen von Schutzkleidung ebenso wie Sonnensegel am Arbeitsort oder das Eincremen mit Sonnenschutzcreme. Bei lichtbedingten Hautveränderungen empfehlen sie die Konsultation des jeweiligen Betriebsarztes und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Dank dieser Informations- und Präventionsmaßnahmen soll die Anzahl künftiger Erkrankungen reduziert werden und Diagnosen in einem früheren Krankheitsstadium erfolgen.

Win-win für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Seit drei Jahren geht Hans Keller regelmäßig zum Betriebsarzt. „Auch wenn ich weiß, dass die Unfallversicherung in meinem Fall die Behandlung von Hautkrebs bezahlen würde, schütze ich mich trotzdem viel mehr gegen die Sonne als früher“, stellt er fest. „Mein Job ist schon körperlich anstrengend genug, da muss ich mir ja nicht auch noch eine Hautkrankheit zuziehen.“

Hintergrundinformationen

Aufgrund ihrer Tätigkeiten sind sogenannte Outdoor-Worker dem UV-Licht der Sonne viel stärker ausgesetzt als andere Berufstätige. In Deutschland zählen dazu rund 2,7 Millionen Arbeitnehmer, darunter vor allem Landwirte, Gärtner, Bauarbeiter, Dachdecker oder Fischer. Studien zufolge ist die UV-Jahresexposition eines Bauarbeiters fast fünfmal so hoch wie die eines Beschäftigten, der nur in geschlossenen Räumen arbeitet. Vor allem Aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome können durch die Arbeit unter freiem Himmel ausgelöst werden.

Quelle:
Knutschke, P., et al. (2007): Personenbezogene Messung der UV-Exposition von Arbeitnehmern im Freien. Hrsg: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. (S. 121)