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Hautkrebsgefährdung

Wenn Surfen unter die Haut geht

Regelmäßiges Hautscreening

Sabine Meier (42) weiß, dass sie als heller Hauttyp, blond und blauäugig, lichtbedingte Hautveränderungen beobachten muss. Die leidenschaftliche Surferin reist seit Jahren um die Welt und ist viel in der Sonne aktiv. Noch dazu gehört sie erblich bedingt zu einer Risikogruppe. Ihre Mutter ist im Alter von 60 Jahren an Hautkrebs erkrankt. Seit ihrem 35. Geburtstag geht Sabine Meier deshalb alle zwei Jahre für eine vorsorgliche Hautuntersuchung zu ihrem Dermatologen. Die Entscheidung hierzu fiel leicht, denn die Kosten trägt ihre Krankenkasse.

Diagnose Basalzellkarzinom – was dann?

Die Vorsorge kommt ihr zugute: „Dank meiner regelmäßigen Hautscreenings hat mein Dermatologe ein Basalzellkarzinom auf meiner Schläfe entdeckt. Als ich das erfuhr, war ich zunächst ziemlich geschockt. Dann erklärte mein Dermatologe mir die Vor- und Nachteile möglicher Therapien, verbunden mit den Risiken und Heilungschancen. In meinem Fall hat mein Hautarzt mir die Photodynamische Therapie empfohlen. Dies erschien sinnvoll, weil ich einen oberflächlichen Hauttumor hatte, der schonend effektiv und flächendeckend mit der PDT behandelt werden konnte. Ich war total erleichtert, dass eine schmerzhafte Operation mit eventueller Narbenbildung nicht sein musste.“

Die Haut vergisst nichts...

Surfen möchte Sabine Meier weiterhin, nun besonders gut geschützt: „Jetzt achte ich noch mehr auf ausreichenden Sonnenschutz, trage einen hohen wasserfesten Lichtschutzfaktor auf und zwar mehrmals täglich. Meinen Kindern erkläre ich, wie wichtig der Schutz vor Sonnenbrand durch angemessene Kleidung, Sonnencreme, sowie die Vermeidung von Mittagssonne und exzessivem Sonnenbaden ist. Ich weiß, dass Sonnenbrände in der Kinder- und Jugendzeit das Risiko einer späteren Erkrankung an Hautkrebs steigern.“

Hintergrundinformationen

Die Zahl der Hautkrebsfälle hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als vervierfacht. Die Neuerkrankungen an hellem Hautkrebs werden allein in USA auf jährlich rund 5 Millionen Fälle geschätzt. Etwa die Hälfte der über 60-jährigen erkrankt in Europa an einer aktinischen Keratose, d.h. einer Vorstufe des hellen Hautkrebses, in USA gibt es 58 Millionen Patienten mit dieser Vorstufe. Bedingt durch das sich wandelnde Freizeit- und Urlaubsverhalten nimmt die Zahl der Erkrankungen auch bei Jüngeren stetig zu. In Deutschland klären die Krankenkassen inzwischen intensiv über Hautkrebsscreening ab 35+ auf, was dazu beigetragen hat, das Bewusstsein um die Gefahren, die von sonnenbedingten Hautveränderungen ausgehen, zu schärfen. Ein wirklich ausreichendes Bewusstsein für diese „Volkskrankheit“ besteht in den Köpfen der Menschen aber trotzdem noch nicht.

Quelle:
Kinderärzte beraten Eltern zum UV-Schutz
Leitlinie zur Behandlung der Aktinischen Keratosen, Deutsche Dermatologische Gesellschaft